Kolschitzky-Denkmal

Das Kolschitzky-Denkmal von 1885 im 4. Bezirk vom österr. Maler und Bildhauer Emanuel Pendl zeigt den in der (heutigen) Ukraine geborenen Georg Franz Kolschitzky, der im Rahmen der 2. Wiener Türkenbelagerung von 1683 als Kundschafter eine wichtige Rolle spielte.

Kolschitzky, der u.a. auch Türkisch sprechen konnte, wagte sich mit seinem Diener als Türke verkleidet durch die feindlichen Linien und informierte den Stadtkommandanten Graf Ernst Rüdiger von Starhemberg über die nahende Rettung durch das Entsatzheer unter dem Befehl des polnischen König Jan III. Sobieski.

Diese mutige Tat, die die Moral der Verteidiger noch durchzuhalten entscheidend steigerte, brachte ihm neben dem Rang eines kaiserlicher Botschafters u.a. einige von den Türken zurückgelassenen Säcke Rohkaffee und das Privileg zur Gründung eines Kaffeehauses ein. Ob er dies auch tatsächlich in Anspruch nahm, ist nicht nachgewiesen, nichtsdestotrotz gilt er bis heute als einer der Gründerväter der Wiener Kaffeehauskultur und Erfinder der Wiener Melange (=Espresso mit Milch und geschäumter Milchhaube)

Theater Ronacher

Das Theater Ronacher von 1872 wurde urspr. von Ferdinand Fellner & Sohn für den deutschen Theaterleiter Heinrich Laube geplant. Nach 20jähriger erfolgreicher Leitung des Burgtheaters wurde Laube unsanft abgelöst und entschloss sich gemeinsam mit dem Herausgeber der „Neuen Wiener Presse“ Max Friedländer, eine privat finanzierte Konkurrenzbühne zur Burg zu errichten. Daraus entwickelte sich iwF ein legendäres Duell der Häuser, das durch einen Brand 12 Jahre später jäh unterbrochen wurde.

Der Theaterunternehmer Anton Ronacher ließ die Ruine durch die Theaterarchitekten Fellner und Helmer 1888 als „Konzert- und Ballhaus Ronacher“ neu errichten. Das immer wieder adaptierte Gebäude wurde nach dem WWII als Ausweichbühne für die Burg genutzt, später dann für TV-Produktionen und nach 10jährigem Leerstand von den Vereinigen Bühnen Wiens als Musical-Bühne mit mehr als 1.000 Sitzplätzen ausgebaut.

Nach einer Generalsanierung kam es in den 2000er Jahren noch zu einem umstrittenen Dachausbau des an 3 Seiten freistehenden Theaterbaus im Historismus mit Tempelfassade von Arch. Günter Domenig.

Glasmosaik „Wetterhändler“

Der 1940 geborene österr. Pop Art Maler Prof. Christian Ludwig Attersee, der sich auch als Autor, Musiker, Bühnenbildner und früher auch als Segelsportler betätigte, zeichnet für eine der auffälligsten Fassaden auf der größten Wiener Shoppingmeile, der Mariahilfer Straße im gleichnamigen Bezirk, verantwortlich. Das 1996 fertiggestellte Glasmosaik „Wetterhändler“ an der Außenfront einer int. Textilkette gilt mit seinen 210qm als das Größte Europas und wurde vom Mosikbildner Elio Macoritto angefertigt.

Bereits frühe Bilderzyklen aus den 1960er Jahren namens „Wetterbilder“ und „Regenbogenanomalie“, seine Nähe zum Wiener Aktionismus oder auch seine „Gegenstandserfindungen“ mit Phantasienamen wie „Speisekugel“ oder „Attersteck“ zeigen die Vielfältigkeit des vielfach ausgezeichneten int. tätigen Künstlers, der auch als Mitbegründer der „Neuen Österreichischen Malerei“ gilt.

Kaiser-Franz-Denkmal im Burggarten

Das Kaiser-Franz-Denkmal im Burggarten in klassizistischen Formen stellt Franz I. Stephan von Lothringen, Ehemann von Maria Theresias und als Franz I. römisch-deutscher Kaiser von 1745-1765 zu Pferd dar. Die erste Reiterstatue Wiens wurde von Balthasar Ferdinand Moll zu Lebzeiten des Kaisers begonnen und 1781 in Bleiguss vollendet.

Der Hof kaufte das Monument jedoch nicht an, und der Bildhauer hinterließ es seiner Familie. 1797 wurde es im Paradeisgartel auf der Bastei aufgestellt und 1819 in den dam. „Kaisergarten“ transferiert. Der aus Tirol stammende Moll bleibt insb. auch durch die Herstellung der rd 20 prunkvollen Prunksärge in der Kapuzinergruft bis heute bekannt.

Franz Stephan war ein Finanzgenie, 1763 wurde ihm die oberste Leitung der Finanzen und die Sanierung des Staatsschuldenwesens übertragen. Allen modernen Strömungen (und den Frauen) aufgeschlossen (er investiert in Industrieansiedlungen und Bergbau), widmete er sich dem Sammeln für sein Naturalienkabinett (aus dem das Naturhistorische Museum hervorging) und dem Erwerb eines großen Privatvermögens.

Graf István Széchenyi in Döbling

Bei der Heniksteinvilla in der Obersteinergassse in Oberdöbling auf dem sog. Hirschenbergl, befinden sich 2 Denkmäler, die an den „größten Ungar“ Graf István Széchenyi erinnern, der dort am 8. April 1860 verstarb. Széchenyi verstand es geschickt die Interessen Ungarns in der Habsburgermonarchie offensiv zu vertreten und initiierte als Unternehmer und höchst einflußreiches Mitglied im Reichstag auch eine Reihe wirtschaftlicher Reformen.

Demgemäß ziert sein Bild nicht nur die 5000 Forint Banknote, auch eine Reihe von Einrichtungen und Gebäuden in ganz Ungarn tragen seinen Namen. Schon sein Vater steuerte seine Sammlung für das, im Sinne einer Besinnung auf die ungarische Nationalität im 19. Jh., von ihm gegründete Nationalmuseum in Budapest bei.

Das palastartige Landhaus mit umliegenden Park, in der sich seit 1991 das Bezirksgericht Döbling befindet, erinnert an den Bankier, Großhändler und Musikliebhaber Adam Ritter von Henikstein, der sich dort Ende d. 18. Jh. eine Privatvilla errichten ließ. Ab 1830 wurde eine private psychiatrische Klinik unter Leitung von Bruno Görgen dort eingerichtet.

Verwaltungsgebäude der WU (D3 AD) 

Als eines der bekanntesten Gebäude des WU-Campus in der Leopoldstadt im Prater gilt das zentrale Verwaltungsgebäude der WU (D3 AD) von Arch. Peter Cook & CRAB Studio aus London, in Österreich auch bekannt als Planer des Kunsthaus in Graz.

Am organisch geformten, bunten und mit horizontalen Streifen abgestuften Gebäude fallen insb. auch die rauen Holzlatten zur Verschattung auf. Diese stellen wohl einen Bezug zum umliegenden Prater mit seinem Waldgebiet dar. Und die sich mit der Zeit verändernde Farbe und Struktur der Fassade steht wohl für die Lebendigkeit des Bildungscampus.

Bezeichnend auch die Vorstellung des Studentenlebens und somit das Programm von Peter Cook:„University has to be jolly good fun“ (Universität muss richtig viel Spaß machen)

Säulenhalle Parlament

Das Herzstück des 1871 fertiggestellten (und nun generalsanierten) Parlaments, dem Hauptwerk des hervorragenden Architekten Theophil Hansen, bildet die monumentale Säulenhalle. Im Stil eines antiken Peristyl mit Glassatteldach, getragen von 24 monolithischen Säulen aus Salzburger Marmor, sollte dieser Raum auch als sozialer Mittelpunkt des Gebäudes fungieren. Ein Treffpunkt zum Austausch der unterschiedlichen Kammern des damaligen Reichsrats.

Der Fußboden aus Karstmarmorplatten bedeckt 40×23 Meter, im Zuge WWII gab es schwere Beschädigungen, danach wurden auch 2 Säulen ersetzt. Die vom österr. Maler Eduard Lebiedzki auch in der Säulenhalle historistisch gestalteten umlaufenden Fresken, sind daher nur mehr in Fragmenten erhalten.

Zu sehen sind auch die Giebelgruppen „Vaterlandsliebe“ von Hugo Haerdtl und „Einigkeit“ von Karl Sterre und zwischen den Säulen befinden sich Figuren römischer Staatsmänner.

Daubelhütten an der Donau

Aufmerksame Spaziergänger·innen entlang der Donau in Wien kennen die Boote mit ab Frühling/Sommer auf Hebekränen montierten Fischernetzen, die sog. Daubeln. Darunter versteht man eine Fischereimethode, die bereits auf ein Dekret von Maria Theresia im 18. Jh. zurückgeht und bei der ca. 5x5m große Netze mit Kurbeln bzw. Kränen bis auf den Grund des Wasser gelassen werden.

Nach einigen Minuten zieht man das Netz hoch und hofft, dabei einen Fisch, der gerade über dem Netz schwimmt, zu fangen. Dies lässt einen schonenden Fischfang zu, bei dem Fische, die zu klein sind, oder Arten, die Schonzeit haben, unversehrt wieder ins Wasser gelassen werden können.

Die Daubelhütten werden meist von Generation zu Generation weitergegeben, die Plätze sind rar. Zander, Wels, Karpfen, Hecht, Tolstolob und Amur werden gefischt. Neben der Donau ist diese Art der Fischerei in Österreich auch an der Thaya und der March üblich.

Karmeliterkloster Döbling

Das Karmeliterkloster Döbling mit benachbarter mächtiger röm.-kath. Basilika von 1900 wurde vom auf Kirchenbauten spezialisieren Wiener Arch. Richard Jordan in Sichtziegelbauweise mit neoromanischen Stilformen geplant.

Neben der reichen malerischen Ausstattung des 3schiffigen Langhauses und der Kanzel mit den lat. Kirchenvätern ist insb. der Gnadenaltar mit dem Ölgemälde „Maria mit dem geneigten Haupte“, welches der Legende nach 1609 nahe dem ersten Kloster der Karmeliten in einem Stadtteil Roms im Schutt entdeckt wurde, hervorzuheben. Bereits seit Kaiser Ferdinand II. im 17. Jh. wurde das Bild von den Habsburgern angebetet, im WWI trug man das Bild in Prozessionen durch Wien bis zum Stephansdom um für Frieden zu beten.

Erwähnenswert auch die in die Ordensgruft bis 1932 verlegten Bourbonen (u.a. der franz. König Karl X) aus dem Kloster Kostanjevica, die mitten in der Isonzoschlacht 1917 auf Wunsch der Kaiserin Zita, Ehefrau des letzten Kaisers Karl I. und mit dem franz. Königshaus verwandt, mühsam nach Wien transportiert werden mussten.

Ausstellung „The Fest“ im MAK

Im Rahmen der aktuellen Ausstellung „The Fest“ im Museum für angewandte Kunst (MAK) wird eine bereits seit dem Mittelalter beliebte Form der höfischen Lustbarkeiten und Repräsentation in Form der „Schlittage“ gezeigt.

Dabei handelt es sich um gruppenweise, aufwendig choreografierte Schlittenfahrten mit Musikbegleitung und Schellengeklingel, bei denen sich von Pferden gezogene Schlitten, besetzt mit einem Kavalier und einer ihm zugewiesener Dame, nach vorgegebenen Schlangenlinien und Routen fortbewegten.

Die Schlitten waren aufwändig gestaltet und, wenn erforderlich, wurde auch Schnee aus dem Umland der Stadt herbeigeschafft. Veranstaltungen fanden teils in der Nacht mit Fackeln, z.B. in der Hofburg, teils auch am Tag mit einer Fahrt nach Schönbrunn mit einem anschließendem Bankett oder Schauspiel statt.

Gerne biete ich im Rahmen einer Besichtigung der Highlights des MAK auch einen geführten Besuch in die Ausstellung an!

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