Millennium Tower

Mit 202m (Dachfirst 160m) ist der Millennium Tower am Handelskai 94–96 in der Brigittenau nach Donauturm und DC Tower 1 das dritthöchste Gebäude Wiens.

Das 50-geschossige Bürogebäude wurde von 1997 bis 1999 nach Plänen von Gustav Peichl, Boris Podrecca und Rudolf F. Weber für den Bauherrn Georg Stumpf im Rekordtempo errichtet. Es entstand unter anderem durch die in Österreich erstmalig angewendete Stahlverbund-Bauweise.

Seine charakteristische Form zweier ineinander verschränkter, vollverglaster Zylinder verdankt sich unter anderem einem Genehmigungsstreit: erlaubt war nur eine Bauhöhe von 120–140 m, doch trotz heftiger Proteste der Wiener Grünen wurde deutlich höher gebaut, was im Nachhinein sanktioniert wurde. Rundherum entstand mit Kino, Fitnesscenter und rund 100 Geschäften die „Millennium City“, die bis heute zu den größten Einkaufszentren Österreichs zählt.

Österreichische Akademie der Wissenschaften

Seit 1857 nutzt die Österreichische Akademie der Wissenschaften das rd. 100 Jahre früher als Aula der alten Universität nach Plänen des franz. Architekten Jean Nicolas Jadot de Ville-Issey eröffnete Gebäude im 1. Bezirk direkt neben der Jesuitenkirche. Maria Theresia höchstselbst initiierte die Errichtung des richtungsweisenden barockklassizistische Monumentalbaus mit aufwendiger freskaler Ausstattung.

Besonders beeindruckt der 2 geschossige Festsaal mit bedeutenden, wegen Brand restaurierten, Fresken von Gregorio Guglielmi (auch bekannt durch sein Werk in der Großen Galerie von Schloss Schönbrunn). In den stukkierten Wandnischen zeigen Skulpturen allegorische Darstellungen von Macht, Wohltätigkeit und Wissenschaft.

Erwähnenswert ist auch, dass in diesem Saal Joseph Haydn im März 1808 seinen letzten öffentlichen Auftritt hatte, bei dem er einer Aufführung seiner „Schöpfung“ beiwohnte.

Franz-von-Assisi-Kirche

Die durch Spenden finanzierte Pfarrkirche zum hl. Franz von Assisi, besser bekannt als Jubiläumskirche oder, nach dem Standort am Mexikoplatz in der Leopoldstadt, auch Mexikokirche genannt, im historistisch-hochromanischen Stil, wurde dem 50jährigen Regierungsjubiläum von Kaiser Franz Josef I. gewidmet und im Nov. 1913 unter Beisein des Kaisers geweiht. Der ursprünglich Erzherzog-Karl-Platz genannte Bereich wurde 1956 im Gedenken an die Rolle Mexikos im März ’38 in Mexikoplatz umbenannt.

Der beauftrage Arch. Victor Luntz, er galt an der Akademie als Nachfolger von Heinrich von Ferstel, realisierte 3schiffige Basilika mit überkuppelter Vierung und dem ursprüngl. in Seckau befindlichen neugotischen Ziborium-Hochaltar.

Nach der Ermordung von Kaiserin Elisabeth 1898 in Genf wurde im Gedenken die neuromanische „Kaiserin-Elisabeth-Gedächtniskapelle“ mit bemerkenswerter Jugendstil-Ausstattung angebaut.

Palais Porcia

Das Palais Porcia aus dem Jahr 1546 in der Herrengasse im 1. Bezirk gilt als eines der ältesten und bedeutendsten Palais der Wiener Renaissance. Besonders auffällig ist die über drei Geschosse reichende, sechsachsige Straßenfassade im Stil der Palastarchitektur der italienischen Spätrenaissance. Sie wird von einem vollplastischen, vergoldeten Doppeladler mit Krone und Wappen der österreichischen Länder gekrönt.

Der unter Kaiser Ferdinand I. als Generalschatzmeister dienende Vertraute des spanischen Gabriel Graf von Salamanca-Ortenburg gab den Auftrag zu einer ersten Version, die im Laufe der Besitzerwechsel bis ins 17. Jh. regelmäßig erweitert und umgebaut wurde. Insbesondere auch durch den Namensgeber Fürst Johann Karl Porcia, Oberhaupt eines Adelsgeschlechts aus Friaul.

Seit Mitte des 18. Jh. dient das Palais als Verwaltungs- und Gerichtsgebäude und wird aktuell vom Bundeskanzleramt genutzt. Seit rund 100 Jahren befindet sich dort auch die „Administrative Bibliothek“ des Bundes.

Christkindlmarkt

Heute eröffnet bis 26.12. wie seit 50 Jahren der Wiener Christkindlmarkt am Rathausplatz, der bekannteste der 14 Wiener Weihnachtsmärkte in 10 unterschiedlichen Bezirken.

Die Ursprünge der Weihnachtsmärkte in Wien liegen wohl schon im 17 Jh., die erste Erwähnung eines Christkindlmarktes geht auf 1722 zurück, damals noch auf der Freyung. Nach einer Zwischenstation Am Hof, übersiedelte der Markt dann 1918 auf den Stephansplatz, und nach einer Reihe von Ortswechseln 1975 am Rathausplatz. Den Mittelpunkt bildet der seit 1959 aufgestellte, rd. 30m hohe Christbaum, wie jedes Jahr aus einem wechselnden Bundesland, heuer kommt die Fichte aus Hopfgarten im Brixental in Tirol.

Seit den 1980er Jahren gibt es rund um die 96 Marktstände (davon 21 Gastronomie) im Park den „Wiener Adventzauber“ mit Eislaufplatz, weihnachtlich beleuchteten Wegen und dem inzwischen berühmten Herzerlbaum.

Im zweiten Bild zeigt sich das beleuchtete Wiener Rathaus vom Heldenplatz im Rahmen der Lichtinstallation „Lichtblicke Österreichs“ von Victoria Coeln, die an die heuer gefeierten Jubiläen der Jahre 1945, 1955 und 1995 erinnert.

ehm. Auersperg-Sanatorium

1907/08 ließ Friederike Luithlen nach den Plänen von Robert Oerley eine Privatkrankenanstalt mit 34 Krankenzimmer errichten, die später als Sanatorium Auersperg für Hautkrankheiten bekannt wurde. Revolutionär für die damalige Zeit: eigener Baderaum, Nebenapartment und Telefonanschluss.

Mit der durch Gesimse und Fenster gegliederten, schlichten Fassade gilt der Bau mit Sockel aus Naturstein als Beispiel der Wiener Moderne. Beim Bau wurde auch eine Warmwasserheizung installiert. 


Prominenter Patient war 1924 Sigmund Freud, der an einem Mundhöhlenkarzinom litt und dort operiert wurde. 1956 wurde das Sanatorium geschlossen, war dann nach Umbau der Dachzone ein Studentenheim und wird seit 2006 als Hotel mit Glasausstellung von Ioan Nemtoi geführt.

Jedleseer Brücke

Die Jedleseer Brücke im 21. Bezirk von 1983 verbindet als einhüftige Schrägseilbrücke für Fußgänger und Radfahrer die Bezirksteile Jedlesee und Schwarze Lackenau mit der Donauinsel.

Sie ist eine von rd. 1.700 Brücken, Stege und Stiegen in Wien (rd. doppelt soviel wie in Venedig) und wurde im Zuge der Zweiten Wiener Donauregulierung errichtet.

Jedlesee war ursprünglich ein Bauerndorf mit Fischern an einem Seitenarm der Donau, der Schwarzen Lacke, und wurde 1894 der Großgemeinde Floridsdorf angeschlossen, die 10 Jahre später nach Wien eingemeindet wurde.

Praterateliers

Am 10. Juni 2025 fand in der Leopoldstadt die Neueröffnung der Praterateliers in den für die Weltausstellung 1873 errichteten Pavillons statt. Heute zählen sie zu den einzigen erhaltenen Bauten der damals monumental errichteten Anlagen. Kaiser Franz Josef selbst genehmigte aus pragmatischen Gründen die Nachnutzung als Bildhauerateliers, durch den Bau der Ringstraße bestand hohe Nachfrage nach Bauplastik.

Neben dem bedeutenden Anton Hanak im frühen 20. Jh. arbeiteten nach dem WWII dort u.a. auch Karl Prantl, Alfred Hrdlicka, Oswald Oberhuber und Bruno Gironcoli. Heute befindet sich im mit EU-Mitteln sanierten, denkmalgeschützten Südpavillon das int. Residenceprogramm PART und beherbergt neben 16 Ateliers für lokale und internationale Künstler·innen, Kurator·innen oder Forscher·innen auch eine multifunktionale Ausstellungshalle und die „Bar des Amateurs“.

Zum Auftakt wurden neben Einblicke in die Ateliers auch Werke der tschechischen Bildhauerin Anna Hulačová unter dem Titel „hungry harvest“ gezeigt, eine Installation aus frei stehenden Betonskulpturen die u.a. abstrahierten Figuren und technischen Apparate zeigen.

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