Palais Porcia

Das Palais Porcia aus dem Jahr 1546 in der Herrengasse im 1. Bezirk gilt als eines der ältesten und bedeutendsten Palais der Wiener Renaissance. Besonders auffällig ist die über drei Geschosse reichende, sechsachsige Straßenfassade im Stil der Palastarchitektur der italienischen Spätrenaissance. Sie wird von einem vollplastischen, vergoldeten Doppeladler mit Krone und Wappen der österreichischen Länder gekrönt.

Der unter Kaiser Ferdinand I. als Generalschatzmeister dienende Vertraute des spanischen Gabriel Graf von Salamanca-Ortenburg gab den Auftrag zu einer ersten Version, die im Laufe der Besitzerwechsel bis ins 17. Jh. regelmäßig erweitert und umgebaut wurde. Insbesondere auch durch den Namensgeber Fürst Johann Karl Porcia, Oberhaupt eines Adelsgeschlechts aus Friaul.

Seit Mitte des 18. Jh. dient das Palais als Verwaltungs- und Gerichtsgebäude und wird aktuell vom Bundeskanzleramt genutzt. Seit rund 100 Jahren befindet sich dort auch die „Administrative Bibliothek“ des Bundes.

Christkindlmarkt

Heute eröffnet bis 26.12. wie seit 50 Jahren der Wiener Christkindlmarkt am Rathausplatz, der bekannteste der 14 Wiener Weihnachtsmärkte in 10 unterschiedlichen Bezirken.

Die Ursprünge der Weihnachtsmärkte in Wien liegen wohl schon im 17 Jh., die erste Erwähnung eines Christkindlmarktes geht auf 1722 zurück, damals noch auf der Freyung. Nach einer Zwischenstation Am Hof, übersiedelte der Markt dann 1918 auf den Stephansplatz, und nach einer Reihe von Ortswechseln 1975 am Rathausplatz. Den Mittelpunkt bildet der seit 1959 aufgestellte, rd. 30m hohe Christbaum, wie jedes Jahr aus einem wechselnden Bundesland, heuer kommt die Fichte aus Hopfgarten im Brixental in Tirol.

Seit den 1980er Jahren gibt es rund um die 96 Marktstände (davon 21 Gastronomie) im Park den „Wiener Adventzauber“ mit Eislaufplatz, weihnachtlich beleuchteten Wegen und dem inzwischen berühmten Herzerlbaum.

Im zweiten Bild zeigt sich das beleuchtete Wiener Rathaus vom Heldenplatz im Rahmen der Lichtinstallation „Lichtblicke Österreichs“ von Victoria Coeln, die an die heuer gefeierten Jubiläen der Jahre 1945, 1955 und 1995 erinnert.

ehm. Auersperg-Sanatorium

1907/08 ließ Friederike Luithlen nach den Plänen von Robert Oerley eine Privatkrankenanstalt mit 34 Krankenzimmer errichten, die später als Sanatorium Auersperg für Hautkrankheiten bekannt wurde. Revolutionär für die damalige Zeit: eigener Baderaum, Nebenapartment und Telefonanschluss.

Mit der durch Gesimse und Fenster gegliederten, schlichten Fassade gilt der Bau mit Sockel aus Naturstein als Beispiel der Wiener Moderne. Beim Bau wurde auch eine Warmwasserheizung installiert. 


Prominenter Patient war 1924 Sigmund Freud, der an einem Mundhöhlenkarzinom litt und dort operiert wurde. 1956 wurde das Sanatorium geschlossen, war dann nach Umbau der Dachzone ein Studentenheim und wird seit 2006 als Hotel mit Glasausstellung von Ioan Nemtoi geführt.

Jedleseer Brücke

Die Jedleseer Brücke im 21. Bezirk von 1983 verbindet als einhüftige Schrägseilbrücke für Fußgänger und Radfahrer die Bezirksteile Jedlesee und Schwarze Lackenau mit der Donauinsel.

Sie ist eine von rd. 1.700 Brücken, Stege und Stiegen in Wien (rd. doppelt soviel wie in Venedig) und wurde im Zuge der Zweiten Wiener Donauregulierung errichtet.

Jedlesee war ursprünglich ein Bauerndorf mit Fischern an einem Seitenarm der Donau, der Schwarzen Lacke, und wurde 1894 der Großgemeinde Floridsdorf angeschlossen, die 10 Jahre später nach Wien eingemeindet wurde.

Praterateliers

Am 10. Juni 2025 fand in der Leopoldstadt die Neueröffnung der Praterateliers in den für die Weltausstellung 1873 errichteten Pavillons statt. Heute zählen sie zu den einzigen erhaltenen Bauten der damals monumental errichteten Anlagen. Kaiser Franz Josef selbst genehmigte aus pragmatischen Gründen die Nachnutzung als Bildhauerateliers, durch den Bau der Ringstraße bestand hohe Nachfrage nach Bauplastik.

Neben dem bedeutenden Anton Hanak im frühen 20. Jh. arbeiteten nach dem WWII dort u.a. auch Karl Prantl, Alfred Hrdlicka, Oswald Oberhuber und Bruno Gironcoli. Heute befindet sich im mit EU-Mitteln sanierten, denkmalgeschützten Südpavillon das int. Residenceprogramm PART und beherbergt neben 16 Ateliers für lokale und internationale Künstler·innen, Kurator·innen oder Forscher·innen auch eine multifunktionale Ausstellungshalle und die „Bar des Amateurs“.

Zum Auftakt wurden neben Einblicke in die Ateliers auch Werke der tschechischen Bildhauerin Anna Hulačová unter dem Titel „hungry harvest“ gezeigt, eine Installation aus frei stehenden Betonskulpturen die u.a. abstrahierten Figuren und technischen Apparate zeigen.

Haus Wittgenstein

Das Haus Wittgenstein, gebaut nach den Plänen von Paul Engelmann und Ludwig Wittgenstein, wurde von Ludwigs Schwester Margaret Stonborough-Wittgenstein beauftragt und 1928 fertiggestellt. Seit 1975 befindet sich darin das bulgarische Kulturinstitut.

Obwohl die Villa inzwischen recht baufällig ist und das umgebende Gartengrundstück deutlich verkleinert wurde, fasziniert der freistehende und aus kubischen Blöcken gefügte puristische Bau bis heute.

Die radikal funktionalistische Formgebung, die für die Auftraggeberin mit ihrem Bruder konfliktreiche (und teure) Entstehungsgeschichte und die ungewöhnliche Lage in der Kundmanngasse im 3. Bezirk verleihen dem Gebäude bis heute innen wie außen eine unverwechselbare Erscheinung.

Schrammelpark

Das Neue Schrammeldenkmal im Schrammelpark in Dornbach im 17. Bezirk vom Wiener Bildhauer Eduard Robitschko wurde im Nov. 1967 als Ersatz für den Alszauberbrunnen enthüllt, und zeigt die typischen Musikinstrumente des Schrammel-Quartetts: Kontragitarre, G-Klarinette und Geigen.

Namensgeber für die wohl bekannteste Formation der Wiener Volksmusik sind Johann und Josef Schrammel, die einer Musikerfamilie entstammten und auch eine fundierte musikalische Ausbildung am Konservatorium genossen.

Gemeinsam mit Vater und einem Verwandten traten sie erstmals 1861 (mit 11 und 9 Jahren) in einem Gasthaus in der nördlichsten Stadt Österreichs, in L:itschau, wo sie auch aufgewachsen sind, als Musikanten auf. Beide Musiker starben aber jung, jew. mit 43 Jahren.

Bisamberg Elisabethhöhe

Bis nach Floridsdorf reichen die Ausläufer des 358m hohen Bisambergs nordwestlich der gleichnamigen Gemeinde in NÖ. Ein Rundblick zeigt südlich das Stadtgebiet, im Westen das Stift Klosterneuburg und den Leopoldsberg, der gemeinsam mit dem Bisamberg die sog. Wiener Pforte, einem Durchbruch der Donau in das Wiener Becken, bildet.

An der über den Stadtwanderweg 5 gut erreichbaren höchsten Ergebung des größtenteils unter Landschaftsschutz gestellten Berges, findet man die Elisabethsäule im Gedenken an die ein Jahr zuvor ermordete Kaiserin Elisabeth.

Schon unter den Habsburger wurde das Gelände militärisch befestigt, spielte aber in den Kriegen des 19. und 20. Jh. militärisch keine wichtige Rolle. Bekannt ist der Bisamberg auch für Artenreichtum und seltene Pflanzenarten. Auch rd. 730 Schmetterlings- und rd. 400 Bienenarten zeigen die bemerkenswerte Diversität am Rande der Stadt.

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