Mahnmal für die Opfer vom Spiegelgrund

Das „Mahnmal für die Opfer am Spiegelgrund“ am Otto-Wagner-Areal im 14. Bezirk erinnert mit 772 Lichtstelen an die Kinder und Jugendlichen, die in der Zeit des Nationalsozialismus dort systematisch gequält und ermordet wurden. Die dort tätigen verbrecherischen Ärztinnen und Ärzte töteten nach Kategorisierung „bildungsunfähig“ und „Dauerkosten verursachend“ kranke, behinderte oder aus deren Sicht „nicht erziehbare“ Menschen im Rahmen der sog. „Aktion T4“ im Lichte des nationalsozialistischen Rassenwahn.

Über Transporte aus Kinderheimen und auch eigens organisierten „Selektionsreisen“ wurden Einweisungen – meist ohne Begründung und Information der Eltern – in die nach dem Krieg verharmlosend genannte „Euthanasieanstalt“ vorgenommen. Die qualvolle Tötung erfolgte durch Unterernährung und Unterkühlung mit meist anschließender Verabreichung einer Überdosis Schlafmittel.

Im Hintergrund ist auch das Am-Steinhof-Theater im barocken Jugendstil von Franz Berger zu sehen, welches nach umfangreicher Renovierung demnächst wieder eröffnet werden soll.

Schloss Miller-Aichholz

Das Jagdschloss Miller-Aichholz (seit 1955 Europahaus Wien) im 14. Bezirk wurde Mitte des 18. Jh. von Johann Bernhard Fischer vor Erlach für Baron von Grechler errichtet.

Später war es rd. 100 Jahre im Besitz der Fam. Esterházy und ob der günstigen Lage nahe dem Wienerwald Treffpunkt privater Jagdgesellschaften, an denen selbst Kaiser Franz Josef I. teilnahm. Ab 1894 nutzte die Industriellen- und Gelehrtenfamilie Miller zu Aichholz das Anwesen, die es dann ob der Weltwirtschaftskrise 1938 an den Staat verkaufen musste.

Der 2-geschossige, langgestreckte Barockbau mit gartenseitigen Prunkräumen mit reicher Bildersammlung wird heute, gemeinsam mit dem ausgedehnten Park samt weitestgehend originalem „Sonnenfanghaus“ (Orangerie), gerne für Hochzeiten, Seminare und Festivitäten aller Art genutzt.

Kirche am Steinhof

Die freistehende röm.-kath. Kirche am Steinhof von 1907 in Penzing (nach dem Architekten oft auch „Otto-Wagner-Kirche“ genannt) gilt als Highlight des Wiener Jugendstils und wurde als Anstaltskirche für psychisch kranke Patient·innen der dort befindlichen Heil- und Pflegeanstalt errichtet. Aufgrund der imposanten und weithin sichtbaren vergoldeten Kuppel wird der Standort auf der Baumgartner Höhe oft auch „Limoniberg“ genannt, da sie an eine halbe Zitrone erinnert.

Neben den außergewöhnlichen Figuren (u.a. vom hl. Leopold, dem die Kirche auch geweiht ist) und für Wagner typischen Ausstattungselemente wie Lorbeerkranz, Kupferkreuze, mit Kupfernägel befestigte Marmorplatten und einer der Hauptfassade vorgestellten Säulenreihe, sind insb. auch die auf die Pflegenden abgestimmte Innenausstattung und die von Kolomann Moser gestalteten Bleiglasfenster mit Heiligenfiguren sehenswert.

Seit kurzem kann die Kirche nun auch wieder im Winter im Rahmen von Führungen durch das Wien Museum besichtigt werden.

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